Sicherheit, Effizienz und Compliance hängen von einem klar strukturierten Rechte- und Rollenmanagement ab. In der Praxis ist das jedoch noch gar nicht so verbreitet: Viele Unternehmen kämpfen mit veralteten Berechtigungsstrukturen, die Risiken für sensible Daten bergen. Ein DMS sorgt hier für Transparenz, Kontrolle und optimierte Arbeitsabläufe.
Für das Sicherheitskonzept eines Dokumentenmanagement-Systems (DMS) ist ein Rechte- und Rollenmanagement entscheidend, um nachvollziehen zu können, wer welchen Zugriff auf welche Dokumente hat. Ein DMS ermöglicht die Zuweisung von Rollen, die jedem Nutzer spezifische Berechtigungen zuweisen. Diese basieren allein auf seinen Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Auch wenn Rollen und Berechtigungen im Grunde den gleichen Nutzen haben, nämlich den Zugriff auf Dokumente zu steuern, sind sie klar voneinander zu unterscheiden: Rollen sind vordefinierte Pakete von Berechtigungen, die Benutzergruppen zugewiesen bekommen, wie Administrator, Prüfer oder Benutzer. Rechte hingegen sind konkrete Aktionen, die ein Benutzer ausführen darf. Durch die Kombination beider Konzepte kann ein DMS präzise und flexibel steuern, welche Nutzer welche Funktionen und Daten sehen oder bearbeiten dürfen.
Wenn wir von solchen rollenbasierten Sicherheitskonzepten reden, sprechen wir von einem RBAC-Modell, also einem Role-Based Access Control. Je nach RBAC-Stufe können diese Rollen flach, hierarchisch oder mit zusätzlichen Sicherheitsmechanismen wie Aufgabentrennung und regelmäßigen Prüfungen organisiert sein. ABAC (Attribute-Based Access Control) erweitert dieses Modell: Anstatt nur die Rolle selbst zu betrachten, bestimmt das DMS anhand verschiedener Attribute wie Benutzer, Dokumententyp, Vertraulichkeit, Standort oder Uhrzeit über den Zugriff. Das ermöglicht, Berechtigungen ausgewählt zu vergeben. Kurz gesagt:
Diese Modelle zeigen: Ein DMS regelt den Zugriff nicht nur allgemein für das ganze System, sondern kann sehr detailliert für einzelne Elemente entscheiden. Das kann auf Dokument-, Ordner- oder Workflow-Ebene passieren. Auf der Dokumenten-Ebene wird bestimmt, wer ein bestimmtes Dokument lesen, verändern oder löschen darf. Auf Ordner-Ebene wird der Zugriff auf ganze Ordnerstrukturen festgelegt. Innerhalb der Workflow-Ebene steuert das DMS, wer Dokumente in bestimmten Bearbeitungsschritten prüfen, freigeben oder weiterleiten darf. Das erlaubt eine präzise Kontrolle, schützt sensible Bereiche und unterstützt Compliance-Anforderungen, weil Zugriffsrechte so nachvollziehbar sind.
In der Praxis werden Rollen in einem DMS häufig nach Abteilungen, Aufgabenbereichen oder Hierarchie-Ebenen vergeben. So sorgen die verschiedenen Sicherheitsrollen dafür, dass jeder Benutzer nur die Dokumente und Funktionen sehen und bearbeiten kann, die für ihn und seine Aufgaben auch relevant sind. Es gibt also Berechtigungsstufen und autorisierte Zugriffsebenen. Das erhöht die Sicherheit und macht die Arbeit gleichzeitig effizienter, da sie übersichtlicher und gezielter bleibt. Beispiele sind:
Ein effizientes Rechte- und Rollensystem legt also genau fest, welche Benutzer auf welche Dokumente zugreifen dürfen. Das sorgt dafür, dass das DMS Sicherheits- und Compliance-Anforderungen gerecht wird und gesetzliche Datenschutzvorgaben wie DSGVO oder GoBD einhält, beispielsweise in der digitalen Personalakte oder anderen vertraulichen Dokumentenbereichen. Dadurch wird der Schutz dieser sichergestellt und unbefugter Dokumentenzugriff verhindert. Protokollierungen, Prüf- und Kontrollmechanismen und Audit Trails gewährleisten eine lückenlose Nachvollziehbarkeit aller Aktionen an Dokumenten, halten Verantwortlichkeiten fest und unterstützen Prüfungen. Insgesamt sorgt das System so für Sicherheit, Transparenz und gesetzkonformes Arbeiten.
Die technische Einführung eines solchen Rollenmanagements gestaltet sich mit einem DMS ganz automatisch. In modernen DMS-Systemen passiert das über eine zentrale Administrations-Oberfläche, die Rollen definiert und Berechtigungen für externe Nutzer und interne Mitarbeiter granular vergibt. Vorab eingestellte Zugriffsrechte und Benutzerinformationen werden ganz einfach automatisch übernommen, da solche Systeme häufig in schon bestehende IT-Umgebungen wie ERP, CRM oder Microsoft 365 integriert sind.
Automatisierte Workflows, digitale Akten und versionierte Prozesse sorgen für die strukturierte Verarbeitung, Prüfung und Freigabe von Dokumenten. Das DMS protokolliert jede Aktion revisionssicher, um nachvollziehen zu können, welche Zugriffe oder Änderungen vorgenommen wurden. Das gewährleistet gleichzeitig die Einhaltung von Compliance-Anforderungen.
Bei vielen Mitarbeitern, unzähligen Aufgaben und unüberschaubaren Verantwortlichkeiten haben DMS-Systeme oft ein Problem mit Rollen-Wildwuchs. Das kommt vor, wenn Rollen und Rechte nicht regelmäßig geprüft werden und veraltete Zugriffe bestehen bleiben. Eine weitere Herausforderung ist die Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit: Wenn jeder Schritt eine neue Zugriffserlaubnis benötigt, kann es schnell mal zu Arbeitsstau kommen. Ist aber nicht jede Aktion gründlich abgesichert, steigt das Risiko von unbefugtem Zugriff. Eine Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit Berechtigungen und Sicherheitsrichtlinien ist eine Voraussetzung, die in vielen Unternehmen häufig zu kurz kommt.
Um diesen Herausforderungen zu trotzen und ein effektives und sicheres Rechte- und Rollenmanagement im DMS sicherzustellen, braucht es gar nicht viel: Eine klare Rollenstruktur, regelmäßige Reviews und ein gut aufgestelltes Schulungskonzept können den Umgang schon vereinfachen. Zusammengefasst haben sich folgende Best Practices bereits bewährt:
Die Einführung ist also kein Problem, und auch die Herausforderungen sind zu bewältigen. Welche Vorteile bringt solch ein feingranulares Rechtekonzept aber nun wirklich? Zunächst erhöht es die Sicherheit im Unternehmen, indem Zugriffe präzise kontrolliert und sensible Daten so bestens geschützt werden können. Das ist besonders im Vertragsmanagement von Vorteil, wo vertrauliche Unterlagen geschützt werden müssen. Es schafft klare Verantwortlichkeiten, schenkt Mitarbeitern so Struktur in ihren Aufgaben und sorgt für transparente, nachvollziehbare Prozesse.
Durch seine Skalierbarkeit kann es sich problemlos an wachsende Teams oder komplexere Organisationsstrukturen anpassen. Freigabe- und Prüfprozesse sind automatisiert, was effizientere Workflows ermöglicht. Insgesamt verbessert es den Schutz und die Arbeitsabläufe innerhalb des Unternehmens.
✅ Sicherheit durch präzise Zugriffskontrolle
✅ Klar definierte Verantwortlichkeiten und transparente Prozesse
✅ Skalierbarkeit bei wachsenden Teams oder Organisationsstrukturen
✅ Effizienteres Workflow Management durch automatisierte Freigabe- und Prüfprozesse
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