Digitalisierung

Dokumentenlenkung: Schluss mit „Welche Version gilt hier eigentlich?"

Wie Sie mit einem DMS jedes Dokument auditfest steuern, vom ersten Entwurf bis zum Löschkonzept

Dokumentenlenkung setzen Sie mit einem Dokumentenmanagement-System (DMS) in fünf Schritten um: Sie definieren Dokumentenarten und Metadaten, vergeben Rollen und Rechte, richten Freigabe-Workflows ein, aktivieren die automatische Versionierung und regeln Gültigkeit sowie Archivierung. Ein DMS übernimmt dabei jeden Schritt automatisch, protokolliert alles revisionssicher und sorgt dafür, dass immer nur die aktuell gültige Version im Umlauf ist.

Klingt trocken? Ist es nicht. Denn hinter der Dokumentenlenkung steckt die vielleicht wichtigste Frage im Qualitätsmanagement: Welche Version gilt hier eigentlich gerade? Wer schon einmal nach der falschen Arbeitsanweisung gearbeitet hat oder im Audit ins Schwitzen geraten ist, weiß, wie teuer ein Dokument namens „FINAL_final_v3.docx” werden kann. In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Dokumentenlenkung sauber, auditfest und ohne Versionschaos in den Griff bekommen: mit Definition, Normbezug, einem 8-Schritte-Fahrplan und einer Checkliste zum Abhaken.

Was ist Dokumentenlenkung? Definition nach ISO 9001

Definition: Dokumentenlenkung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen sicherstellt, dass jedes relevante Dokument erstellt, geprüft, freigegeben, verteilt, geändert, archiviert und am Ende gelöscht wird und dabei jederzeit nur die aktuell gültige Fassung im Einsatz ist.

So funktioniert Dokumentenlenkung

Der Begriff stammt aus dem Qualitätsmanagement und ist eng mit der Norm ISO 9001 verbunden. Wie also funktioniert Dokumentenlenkung konkret? Sie folgt einem klaren Lebenszyklus:

Erstellen → Prüfen → Freigeben → Verteilen → Ändern → Archivieren → Löschen

Genau diese Kette, von der ersten Fassung bis zum kontrollierten Löschkonzept am Ende der Aufbewahrungsfrist, macht aus einer losen Dateisammlung eine gelenkte, nachvollziehbare Dokumentenlandschaft.

Gelenkt: Status, Revisionsstand, Verantwortlicher

Was gehört zur Lenkung von Dokumenten? Kurz gesagt alles, was ein Dokument über seinen gesamten Lebenszyklus steuerbar macht: eindeutige Kennzeichnung, Versionierung, Freigabe, Verteilung und Aufbewahrung. Ein gelenktes Dokument erkennen Sie daran, dass es einen definierten Status, einen Revisionsstand und einen Verantwortlichen besitzt. Alles andere ist schlicht eine Datei.

Lenkung dokumentierter Informationen: das fehlende Puzzlestück (ISO 9001:2015)

Ein Detail, das viele Ratgeber unterschlagen: Die aktuelle Normfassung spricht gar nicht mehr von Dokumentenlenkung, sondern von der Lenkung dokumentierter Informationen. Geregelt ist das in der ISO 9001:2015, Kapitel 7.5. Der Begriff dokumentierte Information fasst zwei Dinge zusammen, die Sie sauber auseinanderhalten sollten:

  • Ein Dokument gibt etwas vor und wird aktualisiert, zum Beispiel eine Arbeitsanweisung.
  • Ein Nachweis belegt, dass etwas geschehen ist, und wird aufbewahrt, zum Beispiel ein Schulungsnachweis oder ein Prüfprotokoll.
  • Verfügbarkeit: Die Information ist dort, wo sie gebraucht wird, und in der richtigen Fassung.
  • Schutz: Sie ist vor Verlust, unbefugtem Zugriff und unbeabsichtigter Änderung geschützt.
  • Änderungssteuerung: Änderungen laufen kontrolliert über Versionierung und Freigabe.
  • Aufbewahrung: Nachweise bleiben über die vorgeschriebene Aufbewahrungsfrist erhalten.
  • Lenkung externer Dokumente: Auch mitgeltende Unterlagen von außen, etwa eine Norm oder ein Sicherheitsdatenblatt, werden gelenkt.
  • Qualitätsmanagement (QM)-Handbuch
  • Verfahrens- und Arbeitsanweisung
  • Formular und Prüfplan
  • Vertrag und Zeichnung
  • externe Dokumente wie Normen oder ein Sicherheitsdatenblatt
  • Entwürfe und Notizen
  • interne Korrespondenz ohne verbindlichen Inhalt
  • Arbeitsstände, die niemand als verbindlich betrachtet
  • Dokumentenart
  • ID
  • Version und Status
  • Freigeber und Freigabedatum
  • gültig bis

Beide sind dokumentierte Information, werden aber unterschiedlich gelenkt. Wie Ihr Unternehmen mit beiden umgeht, halten Sie idealerweise in einer Richtlinie zur Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen fest, die für alle verbindlich gilt.

Was fordert die Lenkung dokumentierter Informationen nach ISO 9001:2015 Kapitel 7.5.3 konkret? Im Kern fünf Dinge:

Wer die Dokumentenlenkung ISO 9001 in der Praxis leben will, muss also mehr abdecken als nur „aktuelle Datei im richtigen Ordner”. Genau das leistet ein DMS.

Dokumentenlenkung, Dokumentenmanagement und DMS

Jetzt wird es begrifflich kurz spitzfindig, aber es lohnt sich. Die drei Begriffe werden gern in einen Topf geworfen, meinen aber drei verschiedene Ebenen. Was ist der Unterschied zwischen Dokumentenlenkung und Dokumentenmanagement?

Begriff

Ebene

Bedeutung

Dokumentenlenkung

Anforderung

Das Was: die normative Vorgabe, welche Dokumente wie gesteuert werden müssen

Dokumentenmanagement

Prozess

Das Wie im Ablauf: die organisatorischen Prozesse rund um Dokumente

DMS

Werkzeug

Das Wie in der Technik: die Software, die beides umsetzt

Merksatz: Die Dokumentenlenkung ist das Was, das Dokumentenmanagement das Wie und das DMS das Werkzeug, mit dem beides gelingt.

Die Debatte rund um Dokumentenlenkung vs. Dokumentenmanagement ist also keine Wortklauberei, sondern entscheidet darüber, was Sie am Ende einkaufen. Und reicht dafür nicht eine Excel-Liste? Ehrlich: nein. Eine Lenkungsliste in Excel kennt keine echte Versionierung, kein Vier-Augen-Prinzip, keine Zugriffssteuerung und keinen Audit-Trail. Sie zeigt, wer zuletzt gespeichert hat, aber nicht, wer wann was warum freigegeben hat.

Dokumentenlenkung braucht Lenkungsmechanik

Genau diese Lenkungsmechanik braucht aber jede belastbare Dokumentenlenkung. Ein DMS, in manchen Kontexten auch Dokumentenlenkungssystem genannt, macht aus verstreuten Ablagen eine Single Source of Truth: eine einzige verbindliche Quelle, in der jedes Dokument genau einmal in seiner gültigen Fassung existiert. Wer die Frage Dokumentenlenkung vs. Dokumentenmanagement sauber trennt, wählt am Ende auch das richtige Werkzeug.

Warum ist Dokumentenlenkung wichtig?

Warum brauche ich Dokumentenlenkung überhaupt, und was bringt sie mir? Die kurze Antwort: Sie schützt vor Fehlern, die richtig teuer werden können. Die lange Antwort steht in der Gegenüberstellung.

Ohne gelenkte Dokumente

Mit digitaler Dokumentenlenkung

Versionschaos, keiner weiß, welche Fassung gilt

Nur die freigegebene Version ist auffindbar

Suchen statt arbeiten

Volltextsuche und OCR finden alles in Sekunden

Freigaben per Zuruf, nicht nachweisbar

Freigabeworkflow mit Protokoll und Lesebestätigung

Im Audit fehlen Nachweise

Lückenloser Audit-Trail auf Knopfdruck

Papier: anfällig, schwer auffindbar, Verlustrisiko

Sichere, verschlüsselte, revisionssichere Ablage

Der Gewinn ist handfest: weniger Suchen, schnellere Freigaben, saubere Compliance und ein Büro, das nebenbei papierloser und nachhaltiger wird. Eine durchgängige Lenkung von Dokumenten und Daten macht aus dem ewigen Suchen endlich Finden. Damit wird die Dokumentenlenkung vom lästigen Normthema zum echten Effizienzhebel.

Welche Dokumente müssen gelenkt werden?

Muss jetzt wirklich jede Datei gelenkt werden? Zum Glück nicht. Wann muss ein Dokument gelenkt werden? Sobald es mindestens eines dieser vier Kriterien erfüllt:

  1. Es gibt Handeln vor, jemand richtet sich danach.
  2. Es ist norm- oder gesetzesrelevant.
  3. Es wird aktualisiert, es gibt also Versionen.
  4. Es nutzen mehrere Personen.
  5. Ablagestruktur, Dokumentenarten und Metadaten
  6. Rollen- und Berechtigungskonzept
  7. Prüf- und Freigabe-Workflows
  8. Versionierung und Änderungshistorie
  9. Gültigkeit, Wiedervorlage und Archivierung

Gelenkt werden müssen typischerweise:

Gerade die Lenkung externer Dokumente wird gern vergessen, dabei schaut ein Auditor genau dort besonders genau hin.

Nicht gelenkt werden müssen dagegen flüchtige Unterlagen ohne Vorgabecharakter:

Die Faustregel: Wenn ein Dokument mitbestimmt, wie im Unternehmen gearbeitet wird, gehört es in die Lenkung. Wenn es nur eine Momentaufnahme ist, nicht.

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Dokumentenlenkung: DMS-Anforderungen

Welche DMS-Funktionen brauche ich für die Dokumentenlenkung? Im Kern fünf. Jede davon zahlt direkt auf eine Anforderung aus ISO 9001:2015 Kapitel 7.5.3 ein.

ISO-Anforderung (7.5.3)

DMS-Funktion

Umsetzung in der Praxis

Verfügbarkeit und Verteilung

 

Ablagestruktur, Metadaten, Volltextsuche

Jeder findet die gültige Fassung sofort

Schutz

Berechtigungskonzept, Rollenkonzept

Nur berechtigte Personen sehen und ändern

 

Änderungssteuerung

Versionierung, Freigabeworkflow

Änderungen laufen kontrolliert und protokolliert

 

Aufbewahrung

Archivierung, Wiedervorlage

Fristen und Gültigkeit werden automatisch überwacht

 

Externe Dokumente

Kategorisierung, Metadaten

Mitgeltende Unterlagen sind eingebunden und aktuell

Die fünf DMS-Anforderungen auf einen Blick

Bei der Dokumentenlenkung kommt es auf fünf Kriterien an, die für die DMS-Auswahl entscheidend sind. Hier die kurze DMS-Checkliste, was wirklich wichtig ist:

1. Ablagestruktur, Dokumentenarten und Metadaten

Welche Metadaten braucht ein gelenktes Dokument? Zunächst gilt: Die Ablagestruktur folgt dem Prozess, nicht dem Organigramm. Ordnen Sie nach Abläufen statt nach Abteilungen, dann findet sich jeder zurecht. Jedes Dokument bekommt eine Dokumentenart und ein paar Pflichtfelder als Metadaten:

Praxisregel: Halten Sie sich bei fünf bis sieben Pflichtfeldern zurück. In einem sauber gepflegten Aktenplan ist jede gelenkte Kopie über ihre Eigenschaften eindeutig zugeordnet und per Kategorisierung auffindbar. Mehr Felder bedeuten nicht mehr Ordnung, sondern nur mehr leere Felder.

2. Rollen- und Berechtigungskonzept

Wer darf Dokumente lesen, ändern und freigeben? Das regelt das Berechtigungskonzept. Wer ist im Unternehmen für die Dokumentenlenkung verantwortlich? In der Praxis teilt sich das über ein klares Rollenkonzept auf mehrere Schultern auf: Der Qualitätsmanagement-Beauftragte (QMB) gibt den Rahmen vor, der Dokumentenverantwortliche pflegt einzelne Dokumente, der Prozesseigner verantwortet die Inhalte, Key User schulen die Kollegen und die IT-Administration hält das System am Laufen.

Rechtematrix: Freigaben und Bearbeitung

Über eine Rechtematrix legen Sie fest, wer welche Dokumentenart sehen, bearbeiten oder freigeben darf. Die Rechte vererben sich entlang der Ablagestruktur, und Lese- und Bearbeitungsrechte lassen sich sauber trennen. So wird aus reiner Ablage eine kontrollierte Lenkung von Dokumenten und Daten. Wie Sie sensible Inhalte darüber hinaus per Verschlüsselung und DSGVO-konform absichern, lesen Sie in unserem Blogbeitrag zur Digitalisierung sensibler Daten.

3. Prüf- und Freigabe-Workflows

Wie richte ich einen Freigabeworkflow für Dokumente ein? Ganz einfach: Sie bilden diese Kette im DMS ab:

Entwurf → Prüfung → Freigabe → Veröffentlichung → Kenntnisnahme

Der Prüfer bekommt das Dokument automatisch auf den Tisch, nach dem Vier-Augen-Prinzip gibt anschließend ein zweiter Verantwortlicher frei. Fristen, Eskalationen und eine Ablehnung mit Kommentar gehören dazu, damit nichts liegen bleibt. Jeder Schritt wird automatisch protokolliert, und eine Lesebestätigung dient später als Auditnachweis, dass die Mitarbeiter die aktuelle Fassung tatsächlich kennen.

Praxisregel: Starten Sie mit einem einzigen Standardworkflow, Sonderfälle kommen später.

4. Versionierung und Änderungshistorie

Wie funktioniert Versionierung in einer DMS-Software? Automatisch. Beim Check-out sperrt das System das Dokument für andere, beim Check-in zählt es die Version hoch, sauber getrennt in Haupt- und Nebenversionen. Die Versionshistorie hält fest, wer wann was und warum geändert hat, das ergibt einen lückenlosen Audit-Trail.

Ungültig? Dokumente als obsolet gekennzeichnet

Wie werden ungültige Dokumente im DMS behandelt? Sie werden nicht gelöscht, sondern als obsolete Dokumente gekennzeichnet, mit Rechteentzug versehen und ins Archiv verschoben. So bleibt der Revisionsstand nachvollziehbar, aber in der Suche taucht nur noch die aktuell gültige Version auf. Und wie stelle ich sicher, dass Mitarbeiter die aktuelle Version nutzen? Genau so: Wer sucht, findet ausschließlich das Freigegebene.

5. Gültigkeit, Wiedervorlage und Archivierung

Wie lange sind Dokumente gültig und wann werden sie archiviert? Jedes gelenkte Dokument bekommt ein Gültigkeitsdatum und eine automatische Wiedervorlage, üblich sind ein bis drei Jahre. Läuft die Frist ab, meldet sich das System von selbst und der Dokumentenverantwortliche prüft, ob die Fassung noch stimmt.

Aufbewahrungsfristen vs. Löschpflicht

Am Ende steht die revisionssichere Archivierung: unveränderbar, vollständig, jederzeit auffindbar und lückenlos protokolliert, wie es die GoBD verlangt. Dabei treffen zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite die Aufbewahrungsfristen nach HGB und AO, oft sechs oder zehn Jahre, auf der anderen Seite die Löschpflicht nach DSGVO. Beides bringen Sie in einem Löschkonzept zusammen. Genau hier werden Revisionssicherheit und Datenintegrität, oft nur als Schlagworte genutzt, endlich konkret.

 

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Dokumentenlenkung einführen: Fahrplan in 8 Schritten

Welche Schritte gehören zur DMS-Integration und Einführung einer Dokumentenlenkung? Wir haben acht Schritte für Sie erstellt. Zu jedem Schritt finden Sie Ergebnis, Beteiligte, Aufwand und den häufigsten Fehler.

Schritt 1: Bestandsaufnahme und Dokumentenlandkarte

Ergebnis: eine vollständige Übersicht aller Dokumente und ihrer Ablageorte Beteiligte: QMB und Abteilungsleitungen
Aufwand: mittel
Häufigster Fehler: nur die offensichtlichen Ordner erfassen und die Schatten-Ablagen auf privaten Netzlaufwerken übersehen

Schritt 2: Norm-Scope und Anforderungen klären

Ergebnis: klarer Rahmen, welche Normen und Fristen gelten
Beteiligte: QMB, Geschäftsführung
Aufwand: gering
Häufigster Fehler: zu groß starten und gleich das ganze Unternehmen abbilden wollen

Schritt 3: Dokumentenarten, Metadaten und Ablagestruktur festlegen

Ergebnis: die Lenkungsmatrix, das Herzstück Ihrer Dokumentenlenkung
Beteiligte: Prozesseigner, QMB
Aufwand: hoch
Häufigster Fehler: die Struktur nach Abteilungen statt nach Prozessen bauen

Schritt 4: Rollen- und Berechtigungskonzept definieren

Ergebnis: eine Rechtematrix, die Lesen, Bearbeiten und Freigeben je Dokumentenart regelt
Beteiligte: QMB, IT-Administration
Aufwand: mittel
Häufigster Fehler: aus Bequemlichkeit allen alles erlauben

Schritt 5: Workflows modellieren und konfigurieren

Ergebnis: konfigurierte Freigabe-Workflows im DMS
Beteiligte: Key User, IT-Administration
Aufwand: mittel
Häufigster Fehler: zu komplexe Sonderwege statt einer schlanken Workflow-Automatisierung. Über Schnittstellen und eine offene API binden Sie hier bei Bedarf Nachbarsysteme an, etwa per Microsoft-365-Integration, Outlook-Integration oder ERP-Anbindung

Schritt 6: Altdaten migrieren und bereinigen

Ergebnis: sauber übernommene Bestände
Beteiligte: IT-Administration, Fachbereiche
Aufwand: hoch
Häufigster Fehler: alles ungefiltert migrieren. Arbeiten Sie mit einer klaren Stichtagsregelung, dann wandert nur mit, was noch gilt, und die Migration bläht das neue System nicht auf

Schritt 7: Pilot und Key-User-Schulung

Ergebnis: ein erprobter Ablauf in einer Abteilung plus geschulte Key User
Beteiligte: Key User, Pilotbereich
Aufwand: mittel
Häufigster Fehler: den Pilot überspringen und direkt in den Vollbetrieb gehen

Schritt 8: Rollout, Verfahrensanweisung und KVP

Ergebnis: unternehmensweiter Betrieb, dokumentiert in einer Verfahrensanweisung Dokumentenlenkung, also einer Richtlinie zur Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen.
Beteiligte: alle
Aufwand: laufend
Häufigster Fehler: nach dem Go-live aufhören. Im kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) prüfen Sie regelmäßig, ob Abweichungen auftreten, und leiten Korrekturmaßnahmen ab, damit die Dokumentenlenkung dauerhaft auditfest bleibt

Umsetzung mit d.velop documents und paperless solutions

Ein DMS ist gut, ein sauber eingeführtes DMS ist Gold wert. Und das ist in ein Job für d.velop documents und paperless solutions, Ihre Experten fürs papierlose Büro. d.velop documents ist ein vollwertiges Dokumentenlenkungssystem und bringt alle fünf Anforderungen von Haus aus mit: Metadaten und Ablagestruktur, Rollen- und Berechtigungskonzept, Freigabe-Workflows, automatische Versionierung sowie revisionssichere Archivierung nach GoBD. Ob als Cloud- oder On-Premises-Lösung, mit Mandantenfähigkeit für mehrere Standorte und Anbindung an Ihre bestehende Systemlandschaft, die Technik steht Ihrer Dokumentenlenkung nicht im Weg.

Aus vielen Projekten kennen wir die typischen Stolpersteine und räumen sie ab, bevor sie zum Problem werden:

  • Zu viele Pflichtfelder: Wir starten schlank mit fünf bis sieben Metadaten.
  • Struktur nach Abteilung statt Prozess: Wir modellieren die Ablage entlang Ihrer Abläufe.
  • Big Bang statt Pilot: Wir starten mit einem Standardworkflow und einer Key-User-Gruppe.
  • Migration ohne Bereinigung: Wir setzen eine klare Stichtagsregelung und räumen Altlasten auf.

So wird aus der Anforderung für die Dokumentenlenkung ein System, das im Alltag wirklich genutzt wird. Als umsetzungsstarker Implementierungspartner für d.velop documents begleiten wir Sie von der ersten Dokumentenlandkarte bis zum laufenden Betrieb.

 

Sie müssen nicht das ganze System auf einmal durchdenken.

Ein kurzes Gespräch mit uns reicht, um zu klären, wo Ihre Dokumentenlenkung heute steht und welcher erste Schritt sich lohnt. Erzählen Sie uns von Ihren Dokumenten, wir zeigen Ihnen den Weg zur Lenkungsmatrix.

Jetzt unverbindlich Kontakt aufnehmen.

 

Checkliste: Was bei der Lenkung von Dokumenten zu beachten ist

Zum Kopieren und Abhaken. Diese Checkliste führt Sie durch die komplette Lenkung von Dokumenten:

✅ Dokumentenlandkarte erstellt, alle Ablageorte erfasst
✅ Norm-Scope nach ISO 9001 und Aufbewahrungsfristen geklärt
✅ Dokumentenarten, Pflicht-Metadaten und Ablagestruktur definiert (Lenkungsmatrix)
✅ Rollen und Rechte über eine Rechtematrix vergeben
✅ Freigabe-Workflow mit Vier-Augen-Prinzip und Lesebestätigung eingerichtet
✅ Automatische Versionierung mit Check-in und Check-out aktiv
✅ Gültigkeitsdatum und Wiedervorlage je Dokumentenart hinterlegt
✅ Revisionssichere Archivierung nach GoBD sichergestellt
✅ Löschkonzept mit HGB-, AO- und DSGVO-Fristen abgestimmt
✅ Altdaten migriert und mit Stichtagsregelung bereinigt
✅ Pilot durchgeführt, Key User geschult
✅ Rollout, Verfahrensanweisung Dokumentenlenkung und KVP aufgesetzt

Audits gelassen bestehen

Dokumentenlenkung klingt nach Normendeutsch, ist aber vor allem eine Frage der Praxis: Wer die Lenkung von Dokumenten sauber aufsetzt, arbeitet schneller, besteht jedes Audit gelassen und schläft ruhiger. Mit einem DMS wie d.velop documents wird aus der abstrakten Anforderung einer Dokumentenlenkung nach ISO 9001 ein funktionierender Alltag, in dem immer die richtige Version an der richtigen Stelle liegt. Der Weg dahin ist kein Hexenwerk, sondern ein Fahrplan in acht Schritten und eine Checkliste, die Sie ab heute abhaken können.

Was ist der Unterschied zwischen Dokumentenlenkung und Dokumentenmanagement?

Dokumentenlenkung ist die Anforderung, also das Was: die Vorgabe, welche Dokumente wie gesteuert werden müssen. Dokumentenmanagement ist der Prozess, also das Wie im Ablauf. Das DMS ist schließlich das Werkzeug, mit dem beides technisch umgesetzt wird.

Reicht SharePoint oder ein Fileserver für die Dokumentenlenkung?

Für eine reine Ablage ja, für eine normkonforme Dokumentenlenkung meist nein. Ohne Zusatzaufwand fehlen echte Versionierung, revisionssichere Archivierung, ein durchgängiger Freigabeworkflow und ein lückenloser Audit-Trail. Ein spezialisiertes DMS bringt diese Lenkungsmechanik von Haus aus mit.

Wie werden ungültige Dokumente im DMS behandelt?

Ungültige oder überholte Dokumente werden nicht gelöscht, sondern als obsolete Dokumente gekennzeichnet und mit Rechteentzug ins Archiv verschoben. So bleibt der Revisionsstand für Audits nachvollziehbar. In der Volltextsuche und im Zugriff der Mitarbeiter erscheint nur noch die aktuell gültige Fassung.

Wie lange dauert die Einführung einer Dokumentenlenkung mit einem DMS?

Die Dauer der DMS-Einführung hängt von Umfang und Dokumentenmenge ab, für den Mittelstand sind je nach Scope einige Wochen bis wenige Monate realistisch. Ein Pilot mit einer Abteilung läuft oft schon nach zwei bis vier Wochen. Der Rollout auf das gesamte Unternehmen folgt dann schrittweise.

Wer ist im Unternehmen für die Dokumentenlenkung verantwortlich?

Die Gesamtverantwortung liegt meist beim Qualitätsmanagement-Beauftragten (QMB), der den Rahmen vorgibt. Einzelne Dokumente betreut ein Dokumentenverantwortlicher, inhaltlich verantwortet sie der jeweilige Prozesseigner. Key User und die IT-Administration sorgen dafür, dass das System im Alltag rund läuft.

Was prüft ein Auditor bei der Dokumentenlenkung?

Ein Auditor prüft, ob nur freigegebene Versionen im Umlauf sind und ob jede Änderung über Versionierung und Freigabe nachvollziehbar ist. Er schaut in den Audit-Trail, kontrolliert die Aufbewahrungsfristen und zieht stichprobenartig einzelne Dokumente. Findet er eine Abweichung, folgt eine dokumentierte Korrekturmaßnahme.

 

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